Gasque I – Gästrike-Hälsinge nation

Wow, die erste Gasque ist geschafft. Ich hoffe Cliff und Birte berichten auch noch ein wenig, denn wir haben gestern alle die Reccegasque unserer jeweiligen Nation besucht. Recentiores werden an Schwedischen Universiteten (außer Lund) die Studenten des 1. Termin (Semester) gennant.

Für die Recentiores veranstalten die Nationen die Reccegasque, und das alle am gleichen Tag, denn vorher trifft man sich um 15:30 an der Nation um dann gemeinsam, der Nationsfahne hinterher, zum Hauptgebäude der Universitet zu laufen. Dort versammeln sich alle 13 Nationen und gehen nach einem festen Protokoll in den großen Saal, wo einige Reden gehalten werden und etwas Musik zum besten gegeben wird. Leider konnte ich den ganzen Reden nur schwer folgen, es handelte sich aber wohl hauptsächlich um typische Reden für Erstsemester: neue Stadt, anderes Leben, lala, und so weiter. Dann geht es zurück zur Nation zum Empfang (ca. 17 Uhr), dort gibt es dann ein kleines Apparetif (?), bevor dann um 18 Uhr der große Saal geöffnet wird, und auf dem Weg schnell noch ein Blick auf den Sitzplan werfen. Sitzordung? Insofern man sich nicht als paar anmeldet, wird eine schöne gemischte Sitzordnung eingerichtet, schön abwechselnd Männlein und Weiblein. Dies ist auch notwendig für den festen Rythmus beim Trinken: Aus der Sicht eines Herrn: Zuerst nach rechts zur Dame, dann der Dame zur Linken, dann der Dame gegenüber zuprosten, anschließen trinken und noch einmal die Damen in umgekehrter Reihenfolge… klappte natürlich nicht immer perfekt.

Ich hatte Glück mit meinem Platz und eine sehr nette “Tischpartnerin”, mit der ich mich gut Unterhalten habe, denn schließlich ist die “Unterhaltung” der Dame zur Rechten des Herrn eine wichtige Aufgabe des Abends! Links von mir saßen dann netterweise noch ältere Studenten, die an dem Dinner als “Belohnung” für ihre Arbeit in der Nation teilgenommen haben. Dadurch konnte man immer schön abgucken, wie man sich bei den Lieder zu bewegen hat :-) . 2 Plätze weiter saß der Sånganförare, der Liedanführer. Er klingelt regelmäßig mit seiner Glock und leitet das nächste Lied ein. Und der Chor (klasse!) und die Theatergruppe sind auch aufgetreten! Und es gab natürlich wieder Reden vom förste kurator und inspektor.

Die Lieder! Insgesamt haben wir zwischen, in, oder rund um jedem Gang 2-3 Mal gesungen. Ich habe mein bestes gegeben die Melodien zu raten… An ein paar Lieder erinnerte ich mich vom Reccemotagning, daher kannte ich schon einige Melodien und Bewegungen, zum Beispiel für den “Infanteriet” (auch ein lustiges Lied). Dadurch hat das Singen noch mehr Spass gemacht. Das Essen wird dabei natürlich kalt :-) .

Zu Beginn gibt es natürlich das Nationslied, Nationssången, und auch Helan går hat nicht gefehlt, sowie Punschen kommer, das man logischerweise singt, wenn der Punsch (zum Kaffee) hereingebracht wird. Als letztes Lied haben wir wieder O, gamla klang – och jubeltid gesungen, dabei steigt man dann auf die Stühle bei der letzen Strophe und setzt sich anschließend nicht wieder hin, sondern verlässt direkt den Saal – das Essen ist dann beendet. Die Lieder sind oft textliche Abwandlungen von bekannten schwedischen Kinderlieder, so dass der Schwede an sich keine Probleme hat, alles mit zu singen. Gut gefällt mir (wie in einem vorherigen Artikel schon erwähnt) das singen für Redner und Küche und Service etc. Gesungen wird das folgende Lied, wobei die vierte Zeile jeweils vom Besungenen alleine/der Gruppe gesungen wird, oft auch persönlich abgeändert.

För det var i vår ungdoms fagraste vår
vi drack varandra till och vi sade GUTÅR!
Och alla så dricker vi nu NN till
och NN säger inte nej därtill!
För det var i vår ungdoms fagraste vår
vi drack varandra till och vi sade GUTÅR!

Eine Übersetzung folgt…

Nach der Gasque: Bei meiner Nation gab es eine kleine Tanzfläche, aber leider nicht genug Leute um Stimmung aufkommen zu lassen, also ging ich noch zu Norrlands, wo eine große Party war, auch mit vielen Nicht-Recentioes. Die Västgöta-Nation hat sogar noch eine After-Party veranstaltet, die ich aber leider verpasst habe :-( . Daher war leider wieder mal um 2 Uhr Schluss … seltsames Schweden.
Aber so eine Gasque ist schon eine sehr schöne Sache, wenn man keine tiefe Abneigung gegen Riten und Traditionen hat. Und sich ab und zu mal im “kostym” gepflegt um Schlips und Kragen zu rocken (Gruß an Substream-Münster!) ist auch eine gute Einrichtung.

Leider gibt es von mir diesmal keine Bilder, aber es gibt welche in der GH-Bildergalerie, und wenn man sich Mühe gibt, kann man mich sogar entdecken!

1 Comment

  1. MeNü said,

    September 15, 2007 at 17:48

    Gefunden!